EXPERTENBEITRAG

Kosmetikerin seit 1987 erklärt, warum neue Cremes bei so vielen Frauen ab 40 nichts mehr ändern

Es liegt selten an der Creme. Sondern daran, ob sie überhaupt ankommt.

Von Susanne Reimer, Kosmetikerin seit 1987 und Gründerin von HYLUNA, über 10.000 Behandlungen

Update: 25. September 2026

4 Minuten Lesezeit

Von Susanne Reimer bekannt aus:

Dauernd neue Produkte, aber keine echte Veränderung?

Du kaufst eine neue Creme.

Und tief drin weißt du: Sie wird nicht die letzte sein.

Kenn ich. Seh ich fast jede Woche.

In fast 40 Jahren im Institut hab ich über 10.000 Behandlungen gemacht. Dieses Gefühl seh ich bei fast jeder neuen Kundin.

Sie kommt zum Erstgespräch. Ich frag, was sie schon probiert hat. Die Liste ist lang. Eine Creme gegen Trockenheit. Eine gegen Rötung. Eine gegen Poren.

Immer dasselbe Muster.

Etwas fällt auf. Ein neues Produkt kommt dazu.

Ich versteh das. Wenn was stört, will man's beheben.

Kurzfristig hilft's oft sogar. Die Haut wirkt ruhiger. Glatter.

Aber nach ein paar Wochen? Zurück auf Los. Nächstes Produkt.

Letztes Jahr kam eine Kundin mit einer ganzen Tüte angebrochener Produkte. Fast nichts zu Ende benutzt.

Kein Einzelfall. Das seh ich ständig.

Viele davon fliegen raus, bevor sie überhaupt ankommen konnten.

Kommt dir das bekannt vor?

Dann gibt's weiter unten einen kurzen Check. Zwei Minuten.

Der Peeling-Rhythmus

Das Zweite fällt mir genauso oft auf.

Am Anfang peelen die meisten regelmäßig.

Nach ein paar Wochen lässt das nach. Meist, weil sich die Haut schon weicher anfühlt.

Man denkt: erledigt.

Ist es nicht.

Ich vergleich das gern mit dem Ölwechsel beim Auto.

Du tankst jeden Tag. Das Auto fährt ja. Wie deine täglichen Pflegeprodukte. Reinigung, Serum, Creme.

Aber ohne Ölwechsel läuft der Motor irgendwann nicht mehr richtig. Auch wenn du's nicht sofort merkst.

Bei der Haut ist es genauso.

Sie erneuert sich selbst. Ein Zyklus dauert etwa 28 Tage. Ab 40 gern auch mal 31.

Dafür braucht sie einen Ölwechsel. Die alte Hautschicht muss runter.

Sonst stapelt sich Schicht für Schicht.

Seren und Cremes kommen nicht mehr durch.

Und dann hör ich: "Die Creme liegt einfach nur auf. Zieht nicht ein. Das macht mich wahnsinnig!"

Deshalb, ab 40: peelen. Damit deine Pflege in der Haut ankommt. Und nicht auf der alten Schicht liegen bleibt.

Beides zusammen, das ständige Wechseln und das nachlassende Peeling, ist meistens der Grund, warum auch das nächste Produkt nicht ankommt.

Zu schnell zu den starken Produkten?

Was mich am meisten beschäftigt, seh ich bei fast jeder Kundin, die sich wirklich um ihre Haut kümmert.

Sie greift zuerst zu dem, was verändern soll. Ein Serum gegen Linien. Eine Creme mit starken Wirkstoffen.

Nachvollziehbar. Genau das will man ja.

Nur: diese Produkte brauchen eine stabile Haut, um überhaupt zu wirken.

Fehlt die Basis, arbeitet selbst das beste Produkt gegen eine Haut an, die gerade mit anderen Dingen beschäftigt ist.

Das Ergebnis bleibt hinter dem zurück, was drin gewesen wäre.

Ich vergleich das mit einem Fundament. Du kannst noch so schön tapezieren. Ist die Wand darunter feucht, hält am Ende nichts.

Und hier wird's teuer.

Nicht nur an Geld. Auch an Zeit. Und am Vertrauen in die eigene Haut.

Je länger dieses Muster läuft, desto mehr ist in alle drei schon reingeflossen. Ohne dass sich am Ergebnis viel geändert hat.

Früher klären geht genauso gut wie später. Nur kostet früher weniger.

Am Ende ist es fast immer dieselbe Kombination. Ständig wechselnde Produkte. Ein Peeling-Rhythmus, der nicht durchgehalten wird. Und der Griff nach Wirkstoffen, bevor die Basis stabil ist.

Deshalb hat sich bei den meisten bisher wenig verändert.

Nicht, weil sie was falsch gemacht haben.

Sondern weil ihnen nie einer erklärt hat, warum ihre Pflege nicht ankommt.

Bis jetzt.

Du kannst weiter raten. Neue Creme, altes Muster.

Oder du weißt in zwei Minuten genau, wo du stehst.

Ich will die Antwort.